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Wer braut denn eigentlich das BIO-Bier in der Klosterbrauerei in Furth?

Interview mit dem Braumeister Moritz Kärcher.

Moritz Kärcher ist Braumeister aus Leidenschaft. Das merkt man, wenn der 27-jährige gebürtige Rosenheimer über seinen Beruf erzählt.  Moritz wusste schon früh, dass er Braumeister werden will. „Für mich macht die Mischung aus traditionellem Handwerk, körperlicher und geistiger Arbeit, das Zusammenwirken aus Biologie und Chemie den Beruf als Braumeister aus. Ich mag es abwechslungsreich und finde es toll, wenn man danach sein geschaffenes Werk, das Bier, in den Händen halten und selbst probieren kann“ sagt er.

Schon als kleiner Bub durfte er beim Opa das erste Mal am Glas nippen und ein bisschen was vom Bier probieren. Es reicht aber nicht aus, schon einmal Bier getrunken zu haben. Als angehender Braumeister braucht man neben den Interessen für Naturwissenschaften auch eine hohe Sorgfaltspflicht und ein großes Verantwortungsbewusstsein. Die Ausbildung zum Bierbrauer Gesellen dauert insgesamt 3 Jahre, den Meistertitel bekommt man nach weiteren zwei Jahren. Alternativ gibt es auch ein Braumeister Studium über 7 Semester, das Moritz abgeschlossen hat.

Moritz, wie funktioniert denn eigentlich das Bierbrauen, welche (groben) Schritte sind dabei wesentlich?

„Die wichtigsten, bekannten Zutaten sind Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Zuerst wird das Malz zerkleinert, anschließend mit Wasser vermischt und in mehreren Stufen von 50 auf 78° Grad erhitzt. Die sogenannte Maische wird dann von den festen Malzbestandteilen, den Trebern getrennt. Anschließend wird die geklärte Maische, die Würze, gekocht und der Hopfen zugegeben. Danach wird die Würze gekühlt und am Ende kommt die Hefe dazu. „Nach vierwöchiger Gärungs- und Lagerzeit ist das Bier dann trinkbar“ erklärt Moritz. „Gutes Bier erkennt man daran, dass es auch nach dem ersten  Glas noch schmeckt und man am nächsten Tag kein Kopfweh hat“.

Für Moritz ist der Umwelt-Faktor sehr wichtig, daher führte ihn der Weg vor zwei Jahren nach Niederbayern. Die Klosterbrauerei in Furth ist BIO zertifiziert und damit eine der wenigen in der Region. Umso stolzer ist Moritz Kärcher, dass er bei diesem Projekt aktiv als Braumeister mitwirken darf. „Ist der Getreideanbau BIO-zertifiziert, nimmt man zwar weniger Ertrag und höhere Kosten in Kauf, schont aber damit die Umwelt. Aber das müssen wir angehen, das ist wichtig für die Zukunft“. Auf den Rohstoffbezug legt die Klosterbrauerei Furth größten Wert. Die Lieferanten werden sorgfältig und möglichst regional ausgewählt. Durch die kleinen ökologischen Anbauflächen und der gleichzeitig steigenden Nachfrage nach BIO-Bier nicht immer leicht. „Der Hopfen kommt aus der Hallertau, aus dem ökologischen Hopfenanbau der Familie Bichlmaier und auch das Malz wird aus Bayern bezogen. Wir planen langfristig und sichern uns einen qualitativ hochwertigen Rohstoff-Vorrat. Damit können wir den Herausforderungen beim Brauen mit ökologischen Rohstoffen und dem wachsenden Bedarf an BIO-Bier entgegenwirken“ erzählt Moritz.

Wie sieht denn der Alltag eines Bierbrauers aus?

„Mein Alltag ist sehr abwechslungsreich, es gibt viel zu tun. Von der Planung über die Prozessüberwachung, aber auch Reinigungsarbeiten gehören dazu. Meist mache ich mehrere Arbeitsschritte gleichzeitig, da vieles maschinell gesteuert ist und man dazwischen andere Arbeiten erledigen kann. Die Erwartungen an mich und das BIO-Bier sind hoch, aber es macht riesig Spaß“ schwärmt der Braumeister.

„Zukünftig wird die natürliche Schiene immer beliebter werden, das gilt auch für andere Bereiche. Weniger Süßstoffe und natürliche Aromen. Die neuartigen Mix-Getränke stellen auch zukünftig für uns keine Konkurrenz dar, die traditionellen Biersorten Helles, Dunkles und Radler werden immer bleiben. Der Fokus liegt bei uns auf dem Kloster Hell, denn jede Brauerei sollte ein gutes Helles im Portfolio haben“ beurteilt Moritz die kommenden Trends in der BIO-Bierszene. „Bei den Flaschengrößen könnte zukünftig eine 0,3l Flasche gut ankommen“.

Umso mehr freut sich Moritz auf die Zukunft und die baldige Eröffnung der Schaubrauerei. Die Resonanz auf die Flaschenbiere, die jetzt schon in gut sortierten Getränkemärkten erhältlich sind, ist bereits mehr als positiv. Am Beliebtesten war bisher das Kloster Hell aber auch für die Nischensorten Kloster Dunkel und das BIO Natur Radler haben Moritz und das ganze Team viele Komplimente bekommen. Moritz´ Lieblingsbier ist das Kloster Dunkel.

„Für die Leute in der Region spielt es eine große Rolle, dass das Bier endlich wieder zurück nach Furth kommt. Ab Herbst können mir die Leute einmal pro Woche live beim Bierbrauen im Bräustüberl zuschauen und Fragen rund um das Thema Bier stellen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, das frisch gezapfte Bier ist einfach nochmal ein besonderer Genuss“.

Das kann man auf jeden Fall als Schlusswort so stehen lassen, vielen Dank für das Interview!

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Klosterstraße 4
Kloster FurthSt. Josef Klosterdestillation